Teilkasko oder Vollkasko - Welches ist die bessere Wahl?

Wer mit einem Auto oder Motorrad auf deutschen Straßen fahren will, ist gesetzlich verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese kommt bei einem selbst verschuldeten Unfall für die Kosten der gegnerischen Partei auf und bewahrt den Verursacher vor dem finanziellen Ruin. Für Schäden am eigenen Fahrzeug zahlt die Haftpflicht allerdings nicht. Fahrzeugbesitzer können sich jedoch durch Abschließen einer optionalen Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung vor vielen finanziellen Risiken absichern. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen Teilkasko und Vollkasko? Und wann lohnt sich welche der beiden Versicherungen?

Das bietet die Teilkaskoversicherung
Die Teilkasko kommt für Schäden am eigenen Fahrzeug auf, die durch Sturm, Hagel, Explosion, Kurzschluss oder Brand entstehen. Sie leistet ebenfalls bei Diebstahl (sowohl des ganzen Fahrzeugs als auch von einzelnen Teilen), Glasbruch und Wildunfällen. Letztere sind von der Teilkasko dann abgedeckt, wenn es sich um Haarwild handelt. Dazu gehören Füchse, Hirsche, Rehe und Wildschweine. Ob die Teilkasko Schäden durch Marderbisse abdeckt, hängt vom jeweiligen Anbieter oder Tarif ab.
Die Höhe des Beitrags richtet sich bei der Teilkasko nach dem Wohnort des Versicherten beziehungsweise der Regionalklasse des Orts, in dem das Fahrzeug zugelassen ist. Üblich ist eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro pro Schadensfall.

Vorteile:
+ ist günstiger als die Vollkasko
+ sichert die häufigsten Schäden am eigenen Fahrzeug ab
+ keine Erhöhung der Prämie nach Schadensfall

Nachteile:
- kein Versicherungsschutz für Schäden durch Vandalismus
- keine Kostenübernahme bei selbstverschuldeten Unfällen
- deckt in der Regel keine Unfälle mit anderen Tieren (wie Hunde oder Nutztiere) ab
- kein Schadensfreiheitsrabatt

Das bietet die Vollkaskoversicherung
Die Vollkasko enthält alle Leistungen der Teilkasko und übernimmt darüber hinaus auch Schäden, die durch Vandalismus entstehen. Sie zahlt auch dann, wenn ein Schaden bei einem selbst verschuldeten Unfall entsteht. Bei Diebstahl und bei einem Totalschaden des versicherten Fahrzeugs zahlt die Vollkasko allerdings nicht den Neupreis, sondern lediglich den aktuellen Wiederbeschaffungswert. In der Regel beträgt die Selbstbeteiligung bei der Vollkasko 300 Euro oder 500 Euro pro Schadensfall. Hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen einer Vollkasko.
Ähnlich wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung profitieren die Versicherten von schadenfreien Versicherungsjahren und erhalten hierfür von der Assekuranz einen Rabatt.

Vorteile:
+ deckt alle Schäden am eigenen Fahrzeug ab
+ schließt Leistungen der Teilkasko ein
+ Schadensfreiheitsrabatt für schadenfreie Jahre

Nachteile:
- vergleichsweise teuer
- Schadensfreiheitsrabatt wird nach einem Schaden geringer, die Versicherung teurer

Wann lohnt sich welche Versicherung?
Nicht für jedes Fahrzeug und jeden Fahrzeughalter lohnt sich eine Vollkaskoversicherung. Angesichts des Schadensfreiheitsrabatts, der im Laufe der Zeit immer größer wird, kann es langfristig gesehen jedoch günstiger sein, Schäden am eigenen Fahrzeug über die Vollkasko abzusichern. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wert des Fahrzeugs in einem guten Verhältnis zum Versicherungsbeitrag steht.
Für Neuwagen empfiehlt sich demnach der Abschluss einer Vollkasko, denn die Kostenübernahme für Reparaturen an einem neuwertigen oder sehr wertvollen Auto kann schnell zum finanziellen Problem werden. Um dies zu verhindern, ist die Vollkasko bei Finanzierungen oder Leasing-Angeboten oft Voraussetzungen für einen Vertragsabschluss.
Abhängig von der Typklasse kann die Prämie für die Teilkasko auch höher sein als die Vollkasko. Ein typisches Beispiel hierfür sind Cabrios. Aufgrund ihrer offenen Bauweise ist das Risiko für den Diebstahl von Autoteilen und Schäden am Verdeck bei Cabrios sehr groß. Deshalb ist die Prämie für die Teilkasko vergleichsweise hoch. Experten empfehlen, die Vollkasko zu bevorzugen, wenn die Prämie nur etwa 100 Euro pro Jahr über der Prämie für die Teilkasko liegt.

www.mgfcar.de


© 2016 Dieter Koennecke
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